Triargh! Freud & Leid des Veranstaltens in der Moselstadt

Ohne hier das Nähkästchen zu weit öffnen zu wollen, plaudere ich mal ein wenig über den €-Faktor:

Wir veranstalten in Locations, die von Anderen betrieben werden und von uns angemietet werden. Ein beliebter Vergleich bezieht sich auf einen hiesigen Club, der an der Tür nur 5€ für DJs mit gewissem Bekanntheitsgrad verlangt. Dass er das kann, liegt an vielerlei: Es kommen locker 500 Leute und ein Clubbetreiber kann – im Gegensatz zu einfachen Veranstaltern wie uns – die Einnahmen von der Theke einstreichen und eventuelle Verluste mit anderen Abenden ausgleichen.

In der Lage sind wir als kleine Veranstalter eben nicht. Und selbst wir finanzieren Abende mit DJs von außerhalb über Einnahmen aus Abenden, an denen nur wir Residents auflegen. Denn: DJ-Gäste bekommen Gagen und Fahrtkosten. Was Flüge kosten und die Bahn inzwischen so verlangt ist ja hinlänglich bekannt. Außerdem gibt´s bei uns keine Fakes mit Gästen: Beliebt ist es ja, jeden der mal 3 Monate in Köln, New York oder Shanghai verbracht hat, gleich als DJ aus dieser Metropole anzukündigen. Da wird dann der Austauschstudent zum internationalen Star-Gast. Oder auch immer wieder beliebt: Es wird ein namhaftes DJ-Team angekündigt, von dem dann nur einer auflegt. Siegfried & Roy ankündigen und nen weißen Papiertiger da haben.

Bei Gigs außerhalb bekommt man eine vereinbarte Festgage, bei eigenen Veranstaltungen das, was übrig bleibt. Davon muss über längeren Zeitraum verschiedenes finanziert werden: In die Locations, die uns zur Verfügung stehen, müssen wir uns auch mit eigenem Equipment einbringen. Brauchbare Mixer & Plattenspieler sind keineswegs überall vorhanden. Aufwand betreiben wir zudem auch mit der Erstellung von Animationen für Videoprojektionen (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die vielen Kreativen, die uns Material zur Verfügung gestellt haben).

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14. Januar 2006 | blablablub | Tags: | 2 Kommentare »

2 Kommentare bisher

  1. 19. Januar 2006 um 18:57 Uhr

    La Fuchs sagt,

    schöner text. deckt sich mit meinem empfinden… ich kann dieses “in trier ist nix los” einfach nicht mehr hören. es gab in den letzten jahren zu hauf spannende konzepte und gute partys (man ziehe nur mal einen vergleich mit “metropolen” gleicher größe)… die dann bei zuschauerzahlen von 20-50 krepiert sind. natürlich kann man jetzt den ganz großen bogen von abnehmende finanzkraft des zielpublikums über mangelnde wertigkeit von subkultur bis hin zu verändertem weggehverhalten durch straffung der studiengänge schlagen, aber das lieber in aller ausführlichkeit bei einem vodka-booster ;-)

  2. 20. Januar 2006 um 15:10 Uhr

    myom sagt,

    danke! gut, dass man in blogs auch nicht druckreif dilletieren darf ;)
    wollte nur mal schnell ein paar dinge loswerden, weil wirklich viele leute mit falschen vorstellungen über kleinveranstalter wie uns rumlaufen (no offense).

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