Für Besitz und Einfuhr von 2.16 Gramm Marihuana wurde Raymond Bingham aka DJ Grooverider vorgestern von einem Gericht in Dubai zu vier Jahren Haft und anschließender Ausweisung verurteilt (Times).
Bekannt durch seine wöchentliche Radioshow auf BBC Radio1 mit Fabio, gilt der 40-jährige britische DJ als einer der führenden Köpfe der Drum&Bass-Szene, von der er gerne als “Godfather of Drum&Bass” tituliert wird. Sein Album “Mysteries of Funk” (1998) gilt wie weitere Releases seines Labels Prototype als Meilenstein.
Den strengen “Drogen”gesetzen der Vereinigten Arabischen Emiraten fallen in jüngster Zeit zahlreiche westliche Besucher zum Opfer: Derzeit sitzt z.B. ein deutscher Staatsbürger wegen Besitz des Hormons Melatonin in U-Haft, das sein Arzt ihm als Schlafmittel verschrieben hatte. Ein Schweizer wurde wegen drei Krümeln seines in Heathrow gemümmelten Mohnbrötchens in Haft genommen (Times, weitere Fälle z.B. bei SPON).
Grooverider war Ende November auf dem Weg zu einer ausgebuchten Show, als er von den Fahndern erwischt wurde. Westlicher Lifestyle und Entertainment wird zunehmend ins Land importiert, da die VAE bereits die Zeit nach dem Versiegen des Öls planen und mit frisch aufgebauter High-Tech-Industrie westliche Unternehmen ins Land locken, deren Mitarbeitern man ihre gewohnten Annehmlichkeiten bieten möchte. Dabei kommt es allerdings regelmäßig zum Clash mit der scharia-basierten Gesetzgebung.
Above-the-law gefühlt? Naiv? Dämlich? Einfach nur verpeilt? So oder so eine harte Strafe.
In der neuen Show gibt´s diesmal statt eines stringenten Sets eine Rundum-Versorgung mit Breaks , Drum&Bass und Dubstep. Die Breaks haben diesmal einen starken Elektro-Einschlag, gefolgt von melodiöserem Drum&Bass (aka Liquid Funk). Danach geht´s weg vom Tanzflur mit sehr dubbigem D&B über zu chilligem Dubstep.
Den Stream gibt es wie immer hier bei hunderttausend.de
Wieso dort etwas von frei runterladbaren Tracks steht, ist mir allerdings ein Rätsel.
Vor meinem Versuch einer Zusammenfassung, was 2007 in Sachen Dubstep bereit hielt, zunächst der Hinweis auf einen hörbaren Rückblick: Bitesize Beats, der schon zwei Mixes in Ninja Tunes Solid Steel-Show abliefern durfte, hat hier einen Set für die Electronic Explorations Radioshow und die Hamburger Back to the Basics abgeliefert. Er stellt seine Lieblingstracks aus 2007 vor und favorisiert dabei die eher dubbigen Tracks. Grandiose Auswahl, exzelllent gemischt – ein Muss! Neueinsteiger sollten sich nicht vom etwas wilderen Opener abschrecken lassen.
Dubstep ist noch eine junge Musikrichtung, die erst innerhalb der letzten 2 Jahre im Gesichtsfeld der meisten aufgetaucht sein dürfte. Im Mutterland löste im Januar 2006 eine Sendung im BBC Radio1 einen erheblichen Popularitätssprung aus. Mary Anne Hobbes lud für ein “Dubstep Warz”-Special die wichtigsten Protagonisten der Szene ins Studio. Die Sendung markierte einen ersten Aufmerksamkeitsdurchbruch und als eine der ersten Anlaufstellen für Dubstep-Interessierte auf der ganzen Welt (Interview).
Die Basswellen schwappten dann mit einiger Verzögerung auf den Kontinent. Deutsche Medien griffen den Stil 2007 begierig auf. Auf Seite der Printmedien berichteten neben den üblichen verdächtigen Musikpostillen Intro, Spex, Raveline und De:Bug auch die Kulturressorts von taz (1, 2, 3,) oder Süddeutscher. Im TV wurden mehrere Features von arte/Tracks gesichtet.
tempo90: The Finest in Drum&Bass
Myom, Semuta, Flextronic
Freitag 15. Februar 2008
ab 23 Uhr im Down Under
Nach einer Verschnaufpause im Januar sind wir pünktlich zum Start des Rauchverbots wieder am Start. Das Down Under hat ein verqualmbares Separée eingerichtet. Auf dem Tanzflur gibt´s als orales Placebofür die Glimmstengel für alle leckere Lutscher umsonst!
Im nun 8ten Jahr wird von uns wie gewohnt der feinste Drum&Bass serviert. Myom, Semuta & Flextronic an den Decks garantieren eine abwechslungsreiche Clubnacht, die von souligen Schmachtfetzen bis hin zu derben Nackenbrechern alles zu bieten hat und dem Tanzbein keine Ruhe gönnt.