Nachtrag #spreadlovenothate

Wir hatten in einem Beitrag von gestern darauf aufmerksam gemacht, dass wir Angst um Rassismus und Anti-Semitismus auf einer Trierer Drum´n´Bass Veranstaltung haben.

Die betreffende Veranstaltung wurde nach einem Gespräch zwischen Exhaus und den Veranstaltern nun abgesagt.

Danke an den positiven Zuspruch von all den Menschen, die verstanden haben, worum es hier eigentlich geht und was auf dem Spiel steht, wenn menschenfeindliches Gedankengut verbreitet wird.

Die Diskussion um unseren Text hat uns aber auch schockiert. Im Kern hat er drei Aussagen: 1) Da ist ein DJ, der explizit „sicher kein strammer Nazi“ ist. 2) Der aber sehr fragwürdigen Inhalt mit diskriminierenden Aussagen teilt und auch solche Äußerungen von sich gibt. 3) Die Veranstalter hatten auf Hinweise dazu mit offenem Desinteresse reagiert. Der Text enthält keine Beschimpfungen,
Boykottaufrufe o.ä., sondern stellt nüchtern die Sachlage dar, wie sie sich online präsentiert.

Natürlich ist der Mensch dahinter sehr vielfältiger. Trotzdem muss jeder im Netz wachsam sein, welche Aussagen man unterstützt. Leider gibt es im Netz heute viele Seiten, die es darauf anlegen, dass sich jemand in Verschwörungstheorien verrennt, die z. B. andere Menschen diskriminieren.

Wir hatten Screenshots mit Belegen absichtlich nicht veröffentlicht, sondern an die Veranstalter geschickt, trotzdem haben sie leider am Freitag ihr Statement veröffentlicht, unseren Aussagen sei kein Glauben zu schenken und eine Hetzkampagne. Das war unfair und hat die Klärung der Sache leider erschwert.

Wir denken nicht an „Feinde“ und „Konkurrenz“, wenn sich jemand Neues für Drum´n´Bass interessiert. Daher sind wir offen und kooperativ gewesen, wie schon in all den Jahren zuvor. Das werden wir auch weiterhin tun. Und wir hoffen, mit euch allen in Trier gemeinsam eine diskrimierungsfreie Clubkultur zu pflegen.

#spreadlovenothate – Die Lyrics von DRS bringen es auf den Punkt.

These days I don’t watch the news
‚Cause it’s always pain
One-sided stories told
Keeping minds in chains
Dividing, conquering while corporations gain
And politician’s lies how our freedom fades
But if we got to be the solitary light in the dark, then I will
And if we got to be the only ones Sharing our hearts, then I will
We keep on holding things together
While they pull them apart
But I will
Spread love to my very last day on this earth
And I will, I will Spread love, spread love, spread love
I will, I will, I will [x2]
In times like these people just wanna fly
They just want a reason ‚cause they just wanna smile
They just want a leader
But they don’t want the lies
They want freedom to live
Because they don’t wanna die
We’re searching for guidance
So we look to the sky
They know love is the answer
But they don’t wanna try
A mother screams her child’s name with tears in her eyes
On a sinking refugee raft with no land in sight
What’s the wrong or the right
It doesn’t cost you to smile
Or spread love to another person traveling through life
A single act of kindness maybe change their day or their life [x2]
While surrounded in darkness I spend my days in the light
To spread love cause we need it ‚Cause they’re feeding us lies
Spreading hatred through the matrix is the way they divide [x2]
And change the way they decide
These days I don’t watch the news
‚Cause it’s always pain
One-sided stories told
Keeping minds in chains
Dividing, conquering while corporations gain
And politician’s lies how our freedom fades
But if we got to be the solitary light in the dark, then I will
And if we got to be the only ones
Sharing our hearts, then I will
We keep on holding things together
While they pull them apart
But I will
Spread love to my very last day on this earth
And I will, I will Spread love, spread love, spread love
I will, I will, I will [x2]
These days I don’t watch the news
‚Cause it’s always pain
One-sided stories told Keeping minds in chains
Dividing, conquering while corporations gain
And politician’s lies how our freedom fades
But if we got to be the solitary light in the dark, then I will
And if we got to be the only ones
Sharing our hearts, then I will
We keep on holding things together
While they pull them apart
But I will Spread love to my very last day on this earth
And I will, I will
Spread love, spread love, spread love
I will, I will, I will

10. März 2018 | blablablub | Tags: keine | Kommentar schreiben »

Kein Rassismus und Anti-Semitismus in der Trierer Drum´n´Bass-Szene! #spreadlovenothate

Kurzfassung: Auf der Bass Odyssey-Party am 09.03.2018 legt ein DJ auf, der auf FB viele anti-semitische und rechtsextreme Posts verbreitet. Ich habe ihn und dann die Veranstalter mit einigen Tagen Vorlauf  darauf angesprochen und ihnen die Möglichkeit gegeben, selbst die Situation zu bestimmen. Doch sie interessiert das nicht. Daher machen wir das nun publik.

Musikkultur ist nicht nur das, was aus den Boxen kommt. Seit über 20 Jahren lebe ich D&B und Jungle – es ist kulturell ein Teil von mir. Und wie in anderen Bereichen meines Lebens, stelle ich mich hier Rassismus, Anti-Semitismus, Seximus und anderen Formen von Diskriminierung entgegen.

Die internationale Drum´n´Bass-Szene hatte gerade erst ihren größeren Skandal mit dem rechtsextrem gewordenen Producer & DJ Mistabishi (siehe https://www.billboard.com/articles/news/dance/8094458/mistabishi-racist-immigrant-comments-hospital-records), der in Folge seiner Äußerungen u.a. von Hospital Records gekickt wurde und auch in Deutschland gab es schon vereinzelte Fälle, die in hochkantigem Rauswurf geendet sind.

Leider haben wir nun in der lokalen Szene einen Fall eines DJs, der anti-semitische und rechtsextreme Posts auf Facebook verbreitet. Ich hatte mich zunächst an ihn selbst, dann an die verantwortlichen Promoter/Veranstalter von „Bass Odyssey“ gewandt. Da ihnen das jedoch „am Arsch vorbei“ geht, spreche ich nun hier öffentlich darüber.

Anti-semitische und rechte Verschwörungstheorien

Der Betreffende legt als Gast-DJ am Freitag 09.03. auf. Er ist ganz sicher kein strammer Klischee-Nazi. Aber er postet regelmäßig rechtsextreme Propaganda und Desinformation auf seinem FB-Profil.

Ein Beitrag feiert z. B., dass „Weltführer“ Sebastian Kurz, der rechtspopulistische österreiche Präsident, die jüdische Hochfinanz mit ihrem Engagement für die „offene Gesellschaft“ aus dem Land jagt (auch bar jeder faktischen Grundlage https://wissenschaft3000.wordpress.com/2017/10/20/httpwp-mep1nmic-sen/). Ein anderer Fake-Beitrag behauptet, dass das Innenministerium in NRW mit einer „Verhaltensanweisung“ die Polizei verpflichtet, Kriminalität von Flüchtlingen u.a. Ausländern zu verschweigen (https://www.mimikama.at/facebook/verhaltensanweisung-nrw/). Er vertritt in Kommentaren die rassistische „Überfremdungsthese“, dass der Islam sich in Europa durch Zuwanderung und höhere Geburtenraten durchsetzen wird. Dazwischen immer wieder Beiträge von Seiten, wie „Fakten schaffen“, „Deutsche Patrioten Saarland 5.Division“ u.a., die in der rechten Szene angesiedelt und für ihre Fakes und Desinformation bekannt sind.

Ich hatte ihm das mehrfach, immer ruhig und sachlich kommentiert und auf Fake-Entlarvungen hingewiesen, teils löschte er die Beiträge, teils nicht (ich habe noch verschiedene Screenshots). Zuletzt hatte er mich für meine Kritik blöd angemacht, es ginge wohl über meinen geistigen Horizont, dass wir alle manipuliert würden. Auf meine wiederum aufklärende Antwort darauf, hatte er mich dann  „entfreundet“.

Auf dem rechten Auge arg sehschwach: Die Promoter

Die Promoter veranstalten seit September 2017 in Trier. Ich hatte sie nun angeschrieben, sie auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht und gefragt, was ihre Haltung dazu sei. Indem ich zuallererst mit Ihnen gesprochen habe, hatten sie die Gelegenheit, die Situation selbst in die Hand zu nehmen.

Leider wird ihrerseits der Sachverhalt völlig bagatellisiert und ignoriert („geht mir am Arsch vorbei“, wenn „er mal hier und da was gepostet hat, was nicht jedem gefällt„). Auch nach wiederholten Hinweisen und konkreter Erläuterung der spezifischen Posts erfolgte keinerelei verantwortungsvolle Reaktion, wie z. B. die Thematisierung gegenüber ihrem Gast anzugehen. Dies hat mir die Entscheidung abgenommen, mit der Angelegenheit nun an die Öffentlichkeit zu gehen. Jeder sollte wissen, wen er da mit seinem Ausgehverhalten u. a. unterstützt.

Es ist traurig, wenn solchen Einstellungen eine Bühne geliefert wird, in einer Szene, die man offenbar wenig kennt und ihren Werten keinen Respekt gegenüberbringt (siehe z.B. https://ukf.com/words/db-scene-unites-to-fight-prejudice-with-drum-bass-against-racism/21171). Dass man dafür die Bühnen des ExHauses mißbraucht, wo seit Jahrzehnten gegen solche Einstellungen gearbeitet wird, macht es nur noch schlimmer.

Ökonomisierung politischer Aushandlungsprozesse: Der Backlash

Es ist vorausschaubar, dass mir das nun als motivierte Aktion gegen die „Veranstalter-Konkurrenz“ ausgelegt wird. Dem kann ich entgegenhalten: 1) Die Fakten sprechen für sich. 2) Ich habe das ja zuerst den Promotern überlassen. Ginge es mir um Schaden, hätte ich anders agiert. 3)  Ich bin gegen solche Einstellungen vorgegangen, seit ich 16 bin. 4) Der Effekt wird vermutlich nicht groß sein, allemal so kurzfristig. 5) Ich habe schon gleich im Herbst den Kontakt zu den Newcomern gesucht, um Termine abzusprechen und wir haben Platz für ihre Planungen gemacht. Gegen mehr gute Drum´n´Bass-Events habe ich nichts, im Gegenteil. Gegen solche Einstellungen und ihre ignorante Unterstützung allerdings sehr viel.

8. März 2018 | blablablub |

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Rest in Peace, Marcus Intalex

Marcus bei „10 Jahre tempo90“ 2011 im Exil

Beim letztjährigen Sun & Bass-Festival fiel uns auf, wie viele verschiedene DJs unterschiedlichster stilistischer Ausrichtung in ihrem Set einen Klassiker von Marcus verbaut hatten. Soviele zeitlose Drum´n´Bass-Tracks hat wohl kaum jemand sonst produziert – leider wird kein neuer mehr dazu kommen, da er am 28.5.2017 überraschend verstorben ist.

Ich hatte es zufällig sehr früh erfahren und wollte es gar nicht glauben. Drei Tage vorher hatte ich noch einen Fragebogen ausgefüllt, wen ich für die drei einflussreichsten Personen in der Szene halten würde, natürlich ihn genannt und über seine Stellung nachgedacht. Und dass sich in den Tagen danach die Timelines mit betrübten Stellungnahmen aus aller Welt füllten zeigt, dass die Drum´n´Bass-Familie eine ganz zentrale Figur verloren hat.

Und es war wirklich überwältigend, was da in den vergangenen Wochen passierte. All die Tributes und Charities, Anteilnahmen und persönlichen Geschichten, die aus allen Ecken der Szene aufpoppten, machten wirklich klar, dass seine Musik und sein Einfluss noch lange Jahre im Drum´n´Bass ihren Platz haben werden.

Marcus & ich 2011 im Exil bei „10 Jahre tempo90“

Er war auch für mich eine große Inspiration: Als wir mit tempo90 anfingen, Drum´n´Bass nicht nur für Friends & Family zu veranstalten, startete Marcus zeitgleich mit seinem Soul:R-Label. Er prägte den Sound jener Zeit, in der sich abzeichnete, dass Drum´n´Bass nicht nur ein Flirt mit irgendeiner Musikrichtung, sondern wirklich ein Teil meines Lebens werden würde.

Mir war es schon immer wichtig, dass wir mit unseren Events ein breites Spektrum abdecken und hatte daher selbst innerhalb der Crew vor allem die melodiöseren Sets und Liquid Tracks präsentiert. Und dass da mehr geht, als dark, hart und aggressiv hatte Marcus schon ´98 mit „How you make me feel“ auf 31 Records belegt und diesen kühl-deepen Soul mit Tracks wie Universe auf Metalheadz u.a. stilistisch geprägt. Später legte Soul:R dann jahrelang die Meßlatte für Liquid Funk, der bis Mitte der 00er seine goldene Ära hatte und dann irgendwann weitgehend in Formelhaftigkeit versank, während Marcus Soul:R schon in ganz andere Richtungen gesteuert hatte. Immer progressiv, aber immer klar verwurzelt in seinen markanten Basslines und der Art, wie er seine Drums zum rollen brachte.

Soviele zum Bersten positiv aufgeladenen Momente im Exhaus, Palais am Dom (wo wir phasenweise 3-400 Gäste hatten) oder der Idealbank (oh mein Gott) sind ganz eng mit Tracks von Marcus und seinem Label verbunden. Und natürlich 2003 in Mainz: Den ersten Abend als Paar mit meiner heutigen Frau verbrachten wir auf einer Party mit Intalex. Oder diese wunderbare Nacht im Londoner Turnmills mit DRS am Mic … live hat er die Seele mit Bass massiert, wie kein anderer.

An seinen Sets schaute ich mir auch einiges ganz genau an: Lange Übergänge, Spannungsbögen über mehrere Tracks aufbauen und bloß kein Verkriechen in einem Subgenre, sondern Drum´n´Bass in all seiner Vielfalt abwechslungsreich präsentieren, bei ganz hoher Meßlatte für die Selection.

Zu unserem 10-jährigen Jubiläum 2011 holten wir Marcus dann endlich nach Trier. Da wurde nochmal klar, dass der eher verschlossenere Typ, den man als arrogant und grummlig mißverstehen kann, tatsächlich aber ganz down to earth und ebenso herzlich ist, wie unsere anderen UK-Kontakte und damit seinem größten Trierer Fanboy und Namensvetter gar nicht so unähnlich. Der wird ihn noch lange vermissen. Und mit Stolz und einer Träne im Auge seine Musik weiterspielen. Ein Tribute Set nur aus seinen Tracks werde ich am 8.7.2017 spielen.

Hier noch das Lob, das ich damals für seinen Pressetext ausschütte:

Marcus Intalex ist seit 21 Jahren im Musikgeschäft und zählt zu den Tonangebern in der heutigen Drum&Bass-Szene. Als Produzent zeichnet er für zahlreiche Klassiker verantwortlich, zudem führt er mit Soul:r eines der meistrespektierten Labels des Genres.

In seinen DJ-Sets zeigt er immer wieder, wie wunderbar Clubmusik auf einem ganz unterschwelligen Level funktionieren kann: Mit einer fein durchdeklinierten Soundästhetik, einer minimalen Struktur und einem pulsierenden Bass. Wo andere simpel brachiale Sounds arbeiten lassen, setzt Marcus auf hypnotische Deepness, die sich viel subtiler aber dafür umso gewaltiger offenbart. Ein durchtanztes Intalex-Set gilt in der Szene nicht umsonst als „massage for mind, body and soul“.

Seine exquisiten Sets, die die unterschiedlichste Einflüsse des Genres auskundschaften, haben ihn schon in Clubs und Arenen rund um die Welt gebracht. In seiner Heimat spielt er neben Gigs im ganzen Land seine Soul:ution-Resident-Nights im Londoner Fabric und in Manchester. Seine Radioshow für die Red Bull Music Academy und sein MP3-Shop abunchofcuts.com zeigen, dass er weiterhin neue musikalische Wege beschreiten wird.

Mit Veröffentlichungen auf seinem eigenen, wie mit Gastauftritten auf legendären Labels wie Metalheadz, Ram oder 31, positioniert er Drum&Bass als zeitgemäße „urban soul music“. Sein neues Album „21“ erscheint am 18. April auf Soul:r.

Soul:r :
1999, als das Genre von düsteren und aggressiven Sounds dominiert war, startete Marcus´ Track „How You Make Me Feel“ auf 31 Records die Wiederbelebung eines warmen, organischen Sounds im Drum&Bass. Sein eigenes Label Soul:r führt dies seit 2001 fort und zählt heute zu den meistrespektiertesten Labels des Genres überhaupt. Der titelgebende, soulgeschwängerte uplifting Sound mit Vocaleinsatz und Songstrukturen ist nicht alles – das Label hat seit 2008 ebenfalls eine ganze eigene minimale und staubtrockene Ästhetik entwickelt und vieles vorweg genommen, wofür heute Labels wie Autonomic und Künstler wie D-Bridge oder Instra:Mental stehen. Deren Deepness hat mitunter klare Einflüsse aus Detroit, so dass es nicht verwundert, Größen wie John Tejada oder Nomadico von Underground Resistance mit Remixen auf dem Schwesterlabel Revolve:r zu finden.

4. Juli 2017 | blablablub | Tags: keine | Kommentar schreiben »

Villa Wuller Closing!? Wie es weitergehen kann

Ihr Lieben, wie ihr vielleicht schon gehört habt, könnte unsere Party am kommenden Wochenende die letzte in der Villa Wuller werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass es weiter geht.

Die Villa hat schon seit einer Weile finanzielle Schwierigkeiten, die es dem Betreiber Berni nicht mehr möglich machen, den Club wie bisher weiter zu führen (das offizielle Statement hier).

Ich schrieb Berni dazu:

„So pathetisch das klingt, war die Villa schon immer ein Beweis, dass es noch Gutes in der Welt gibt. Und das sogar vor der Haustür.“

Und dabei soll es bleiben: Es wird auf Basis eines Kulturvereins weitergehen. Mehr Mitmachen ist hier allerdings notwendig. Dass das geht, zeigen ähnliche Strukturen andernorts.

Wir selbst haben uns fest vorgenommen, diesen neuen Weg mit Engagement zu unterstützen und auch auf Einnahmen weitgehend zu verzichten, da wir inzwischen fast alle nicht darauf angewiesen sind.

Als tempo90 sind wir im 17. Jahr dabei, kontinuierlich Drum´n´Bass in Trier zu machen und damit die langlebigste Crew zu sein. Da ist bei dieser seltsamen Nischenmusik ein kleines Wunder. Es zeigt aber auch, dass es immer Möglichkeiten gibt, alternative Räume aufzumachen.

Und dafür ist die Villa die beste aller Locations, in der wir in 20 Jahren Auflegerei zuhause sein durften. Und das hat natürlich vorrangig mit der Attitüde zu tun. Das Villa Team hat es verstanden, auf einer soliden Basis aus gutem Sound und ein paar klar kommunizierten Grundregeln Spielräume für freie Atmosphäre zuzulassen, in der man vor allem im gemeinsamen Tanzen aufgehen konnte. Das hinzubekommen, ohne dass es kippt, ist extrem schwierig.

Dass das Konzept finanzielle Schlagseite bekommen hat, hat nichts mit seinem Wert zu tun. Wenn ihr den schätzt, dann fragt, was ihr tun könnt und tut es. Es fühlt sich gut an. Ich bin zuversichtlich, dass es gemeinsam weitergehen wird und die Villa im Kern der außergewöhnliche Ort bleiben wird, der er für die letzten 6 Jahre war.

In diesem Sinne feiert nochmal mit uns:
tempo90 feat. DJ G.I.D. @ Villa Wuller

1. Juli 2017 | blablablub |

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Binary Patina 2 – The Live Performance

Here is an (almost complete) version from the live performances of our ‘Binary Patina’ project at Irminenfreihof Trier from 23rd and 24th October 2015 (buy the album on Bandcamp).

‘Binary Patina’ was the title of a series of two audiovisual live-performances that were staged as facade projections of over 800 square meters in size. For the second installment of ‘Binary Patina’, the at the time unused former Prosecutor’s office of Trier, Germany, was used as the canvas for a dynamic pictorial layer that addressed the threat of global surveillance in the digital age: Audio-visual samples of contemporary discourse, historical data on US drone strikes from the Dronestream API (banned by Apple), excerpts from the Snowden leaks, maps and 3d-renderings of NSA´s Dagger Complex near Frankfurt and GCHQ headquarters in the UK, partially obscured beyond recognition, were synthesized with the music and real-time-generated visuals.

Unfortunately it is extremely difficult and expensive to film projection mappings such as ours. So the video does not recreate the live experience at all, but gives an impression about what we did. If you like the album, it might also be interesting to listen to some earlier version from some of the tracks.

1. Juni 2017 | blablablub, Event-Reviews | Tags: keine | Kommentar schreiben »

Some Personal Thoughts on Binary Patina

In addition to the official information on the homepage, here is my personal perspective on our album ‘Binary Patina’, which sees its release today in all major stores (click here for Bandcamp). The text also answers the question, why so much time passed since the events.

The whole project has been in the works since late 2013. It has been a fantastic and rewarding experience to work on this beast with JeongHo Park and my long time musical companions Flextronic and Breakslinger, but partially it has also been a painful process (binary as well: joy and pain), so on many levels I´m happy to present its final form now.

‘Binary Patina’ was the title of a series of two audiovisual live-performances that were staged as facade projections of over 800 square meters in size. For the second installment of ‘Binary Patina’, the at the time unused former Prosecutor’s office of Trier, Germany, was used as the canvas for a dynamic pictorial layer that addressed the threat of global surveillance in the digital age with a musical live perfomance and real-time-generated visuals.

The First Version – Ephemeral as it gets

The first installment of ‘Binary Patina’ was developed in 2013 only 6-7 weeks prior to the event, which was impossible, but we somehow pulled it off, sacrificing quite a few sleep-deprived nights. It ‚only‘ consisted of an intro and 8 tracks and ran for 21 minutes as a purely audiovisual experience and was only performed once on October 30th 2013.

We didnt see the show properly with our own eyes, because we stood on a low stage with a very low ceiling, so we were eager to see the recorded material. But there were only a dozen decent photos and the videos from all four cameras were almost completely unusable and didnt give any decent impression of what happened that night. We used a few bits in the teaser trailer for BP2.

After putting so much effort into it, we were bitterly disappointed, even though we knew, we could hardly blame anyone. Local media and a lot of people were really raving about what they had experienced, but we somehow felt out of touch with the whole thing.

In the following months JeongHo worked on an app version for some time, but somehow I was reluctant to work on BP. This would have been necessary though, because at the time of the performance, most of the tracks only ran for around two minutes and needed a lot of effort to develop into full tracks. But as other projects needed my attention in 2014 (like the A.H.A. album), I didnt spend much time on developing ‚Binary Patina‘ any further.

Going Back in for BP2: Refining the Concept

In spring 2015 we were asked to do develop a new version of BP, but this time six months in advance. Although it took quite some time, until the location was finally decided (at first we were asked to do the Porta Nigra). I asked Breakslinger, if he wanted to join as a third musician, which proved to be a valuable addition. We sorted through the old material and started to write new one music as well, this time aiming for a show of around thirty minutes.

I felt the project neeeded a concept beyond mere audiovisuality. So as I´m deeply concerned with the development of the internet and digital society and we were still in the wake of the Snowden leaks in 2015, I thought that it might be a good opportunity to work on themes of global surveillance. The facade of the former Prosecutor´s office also seemed a suitable location for this. And using a transmedia format to address this internet-based and all-encompassing threat also seemed like a promising endeavour.

For one thing, I wanted to incorporate relvant data into the visuals. For example, we used historical data on US drone strikes from the Dronestream API (banned by Apple), excerpts from the Snowden leaks, maps and 3d-renderings of NSA´s Dagger Complex near Frankfurt and GCHQ headquarters in the UK, partially obscured beyond recognition.

As I knew, the concept would also have to translate to the pure audio form on the album, spoken or sung words would also be necessary. I had always been fascinated by audio-visual-sampling, from the early pionieers of the Emergency Broadcast Network or Ninja Tune´s Hexstatic to contemporary artists. So I researched video footage of contemporary discourse for significants bits, that could be used as spoken word samples. Some are well known, like former NSA Director Michael Hayden admitting that „we kill people based on meta-data“ (but no Americans, so his audience wasnt alarmed), which can be heard on the track Auto-Kill Dub.

The format of the concept album seems to have fallen out of time as people nowadays consume music as individual tracks in playlists (or in mixes, like I do a lot). BP hopefully is received (at all and) as a very diverse album, but still cohesive enough to be regarded as a concept album and not just a compilation of tracks.

Staging BP 2

BP2 was performed three times in October 2015. We did a lot more live than the first time and had an even more complicated setup. For BP1, we had stood behind the crowd, so noone knew, but this time, we were right below the projection and also illuminated and the intro credits also said „live performance“. Still people didnt get it. We refrained from using live footage of us in the projection, but surely it would have helped.

As it´s pretty hard to rehearse a show like that, because of the high cost of the projectors and the use of a public square. We only had one evening to test the visuals a few weeks before the event. So in the end we ran into a few technical problems and some things didnt work as planned. A colleague asked me, why we didnt just render the whole thing (audio and visual) beforehand. My answer is, that almost all similar architectural projection mapping projects do this and that realtime and uniqueness adds a certain quality for the maker and for the recipient.

I must admit, that I had just rediscovered that a little earlier: After few years of only going to clubs and electronic shows, I went to a my first real live music concert again in 2014. It was NIN and their audiovisual show was nothing more than breathtaking. I was completely flashed. Important to the whole experience was, that it wasnt all studio quality, but had the minor drawbacks of a live show (although we´ve come a long way, if you think about what electrified bands must have sounded in the 60s without monitoring or remember how they still did in the 90s).

Regarding the video documentation, we only made a little progress the second time around. We had tried to ensure beforehand, that there be put more planning and effort into the video documentation, which actually was, but the end results were still far from perfect. There are a lot of tricky technicalities you have to regard and specialists couldn´t be hired, because of the already high cost of the whole event.

So as our plans crumbled again, we decided in early 2016 to reshoot footage indoors to somehow combine it with bits from the live event, but we weren´t totally satisfied with the results. Some of this material can be seen in the music videos for ‘Pocket Watcher’ and ‘Panopticon’, the live footage is in the respective video. As we finally had to admit, there weren´t too many possibilities to work with the visuals, we focussed on developing the tracks for an audio-only album. Personally I went through one of the worst years of my life, so I wasnt able to finish working on the tracks until the end of 2016. With the ensuing mastering process and scheduling the release itself, it took us until May 2017 to now finally come to an end with ‘Binary Patina’.

About my Tracks

I discovered that I can work guitars into my productions really well, when I created my A.H.A.-soundtrack album in 2014/15. As a teenager I almost exclusively listened to guitar-based music, along with some HipHop before discovering electronic music in my early 20s. So I probably like my guitar-based tracks so much, because they give a more holisitic representation of me.

A few of my musical ideas were closely tied to the visuals (‚Transcend‘ for example) and lack something if only listened to, at least in my opinion. At the time of release, I´m most happy with ‚Auto-Kill Dub‘ and ‚Word of Advice‘ with Semuta on vocals. We tried to end the album with a hopeful outlook. We tried to achieve this by placing two tracks at the end of the album that reference the counter cultures of the 60s and 80s.

‚Patina‘, the second-last track, has this kind of post-punk feel to it and includes this call-to-action-sample of Annie Machon, a former MI5-Whistleblower. ‚Word of Advice‘ as the ending track is fundamentally dubstep, but uses all these 70s counter culture references in the instrumentation and sounds. Together with the intro sample and Semutas lyrics this should bring the message across, that we can join as an opposing force and try to revive the success of the historical social movements for the 21st century.

12. Mai 2017 | blablablub | Tags: keine | Kommentar schreiben »

Binary Patina – Album Preview #2

We will release our concept album ‚Binary Patina‘ on May 12th (pre-order on Bandcamp). Here is a video preview of the non-dnb tracks. Dnb can be found in preview #1. Check the homepage for all the info: www.binarypatina.de

5. Mai 2017 | blablablub | Tags: keine | Kommentar schreiben »