Fight for your right to party


(Foto: Breakslinger)

… rappten die Beasties. Auch dies gehört dazu:

Auf dem John B-Event im Januar hat der Fotograf des Lifestyle-Magazins Gäste fotografiert, ohne deren Einwilligung zu holen. Die Fotos wurden online veröffentlicht. Da dies nicht rechtens ist, habe ich mich am 9.2. mit diesem Schreiben beschwert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am 23. Januar im Exhaus eine Veranstaltung ausgerichtet, zu der Sie im Internet folgende Fotostrecke veröffentlicht haben: [Anmerkung: Den Link gebe ich hier nicht wieder.]

Ich wurde nun von mehreren Gästen darauf angesprochen, dass Ihr Fotograf, Herr […], offensichtlich nicht mit § 22 KUG vertraut ist, da er sie ohne Einwilligung fotografiert hat und ihre Fotos auf Ihrer Website veröffentlicht wurden.

An den Aufnahmen Nr. […]  können Sie bereits anhand der Bildkomposition erkennen, dass hier Personen in der Menge aus gewisser Entfernung fokussiert wurden und auch die übliche Praxis, ein Einverständnis auch nonverbal, z.B. über Augenkontakt o.ä. einzuholen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten wurde.

Ich bin als Veranstalter nicht damit einverstanden, wenn Gäste ohne Ihr Einverständnis fotografiert und diese Fotos im Internet veröffentlicht werden. Was mir sauer aufstösst ist, dass sich das Interesse des TV-Medienhauses an unseren seit 9 Jahren betriebenen Veranstaltungen in engen Grenzen hält – das Nischen-Argument aber nicht mehr gilt, sobald über das Fotostrecken-Format Page Impressions für die IVW-Statistik generiert werden können.

Ich bitte Sie hiermit, die von Ihnen als Fotografen entsandten Personen über ihre Rechte und Pflichten in Kenntnis zu setzen. Sollten sich bei künftigen Veranstaltungen der Eindruck ergeben, dass Ihr Fotograf sich unprofessionell verhält, muss ich im Rahmen des Hausrechts ein Fotografierverbot aussprechen.

Lifestyle reagierte prompt mit der Mitteilung, dass man den betreffenden Fotografen informiert und um eine Stellungsnahme gebeten habe. Nach 3 Wochen stehen die Fotos nach wie vor online – gehört habe ich bislang nichts.  Ich habe heute nochmal nachgehakt und werde euch auf dem Laufenden halten.

Da Lifestyle seit 1-2 Jahren zum Trierischen Volksfreund (TV) gehört, der im Impressum auch als Seitenbetreiber angeführt wird, ging das Schreiben ebenfalls an diesen – hier reagierte man jedoch bislang überhaupt nicht.

Der TV ist wiederum der Holtzbrinck Verlagsgruppe zugehörig. In anderen Holtzbrinck-Titeln (vom TV weiß ich es als Nicht-Leser nicht) wird ja immer gerne kritisch darauf hingewiesen, dass „die jungen Leute“ heute im Web so sorglos mit ihrer Privatsphäre umgingen. So sei z.B. so Manchem schon die Bewerbung verhagelt worden, weil seine kompromittierenden Privatfotos im Netz zu finden waren (Lektion: Immer schön konform bleiben und alles was man tut zuerst vom „Personalchef im Kopf“ absegnen lassen).

Dazu und einigen weiteren Aspekten des Wehklagens um den schwindenden „Qualitätsjournalimus“ passt es natürlich nicht, für seine Blättchen Amateure loszuschicken, die jeden knippsen, der seine Rechte nicht kennt und dann ex-post-Hinweise auf Problematisches einfach zu ignorieren.

Es bleibt den Betroffenen nochmal nachzuhaken und etwaige rechtliche Schritte einzuleiten, aber vermutlich wird sich nach ihrer Auffassung der Aufwand wegen der „Lapalie“ nicht lohnen.

Mich stört neben dem im Schreiben Angesprochenen insbesondere: Unsere Veranstaltungen sind davon geprägt, dass es nicht um chic & schön, aufbrezeln und gesehen werden geht. Bei uns ist jeder willkommen. Aufgrund der offenen Atmosphäre wird sich beim Tanz gehen gelassen. Und das sieht mitunter einfach ziemlich albern aus. Fühlt man sich beobachtet, ändert man unweigerlich sein Verhalten. Clubs wie das Berghain setzen aus eben jenem Grund auf ein konsequentes Fotoverbot. Soweit möchte ich gar nicht gehen, aber künftig wird vielleicht die Partyfoto-Fraktion draußen bleiben.

NACHTRAG 02.03.:

Die Fotos wurden heute von Lifestyle offline genommen. Der Fotograf hatte sich auf Anfrage der Redaktion hin nicht geäußert und arbeitet wohl inzwischen auch nicht mehr für das Magazin.

1. März 2010 | blablablub |

2 Kommentare »

Myom – All Time Top 20

Herr Bachor bat mich, für Spy in The House eine All Time Top 20 zusammen zu stellen. Die beste Musik evvvaaarrr! Nicht so einfach, wie sich herausstellte. Ich hab mich insofern etwas aus der Affäre gezogen, als dass ich Tops von Myom dem DJ rausgesucht habe, denn für den sind weniger Genres relevant. Über meine persönlichen Tops hätte ich noch viel länger grübeln müssen. Die Liste stellt also einige der wichtigsten Tracks & Alben meiner DJ-Mucke-Sozialisation zusammen, nicht unbedingt die „zeitlosesten“. For your Bequemlichkeit mit einigen Links zu YouToob.

  • AMIT: Roots [ Commercial Suicide 012 12″ UK | 2003 ]
  • AMON TOBIN: People like Frank [ Ninja Tune UK | 1998 ]
  • AMORPHOUS ANDROGYNOUS: Tales of Ephidrina [ Astralwerks Album UK | 1993 ]
  • AQUASKY VS MASTERBLASTER: Beat the System [ Botchit & Scarper Album UK | 2002 ]
  • BOYMERANG: Balance of the Force [ Regal 013 Album UK | 1997 ]
  • COLDCUT: Journeys by DJ: 70 Minutes of Madness [ Music Unites Mix-CD UK | 1995 ]
  • DIGITAL: Watch it [ Reinforced 164 12″ UK  | 2001 ]
  • DIGITAL MYSTIKZ: Anti War Dub [ DMZ 007 12″ UK | 2006 ]
  • DJ ZINC: 138 Trek [ Phaze One 03 12″ UK | 1999 ]
  • JOHN B: Up all Night [ Metalheadz 0141 12″ UK | 2001 ]
  • LFO – LFO [ Warp 005 12″ UK | 1990 ]
  • LTJ BUKEM – Demon´s Theme [ Good Looking GLR001 UK | 1991 ]
  • MARCUS INTALEX & S.T. FILES: How you make me feel [ 31 Records 009 12″ UK | 1999 ]
  • M.I.S.T. & HIGH CONTRAST: 3 am [ Soul:R 005 2*12″ UK | 2002 ]
  • PHOTEK: The Hidden Camera [ Science QEDDT1 2*12 UK |  1996 ]
  • PROPELLERHEADS: Dive! EP [ Wall of Sound UK | 1996 ]
  • RUFIGE KRU: Dark Metal (Source Direct Remix) [ Razors Edge 005 12″ UK | 1997 ]
  • SHACKLETON: Blood on my Hands [ Skull Disco 003 12 “ UK | 2006 ]
  • WARLOCKZ FEAT. SIMPLETON: Walk with your Friends [ Crunk 001 Canada 12″ | 1999 ]
  • TOASTY – Like Sun [ Hot Flush 12″ UK | 2004 ]

20. Januar 2010 | blablablub |

2 Kommentare »

Myom bei dnbradio.net

DJ Audite (MySpace), dessen Mixe auch immer ihre mehrfache Hörzeit wert sind, fand meinen letzten Dubstep-Mix so gut, dass er ihn in seiner Radioshow „Boundless Beatz“ auf dnbradio.net in voller Länge featuren wird: Ab Samstag den 28. November zwischen 19-21 Uhr, zur selben Zeit wiederholt für die folgenden 4 Wochen.

Das ehrt mich, dnbradio.net war schließlich seit seiner Gründung 2001 eine der Anlaufstellen im deutschen Web für frischen DnB-Sound und durchaus eine Inspiration für unsere späteren Web-TV/Radiogeschichten bei hunderttausend.de

26. November 2009 | blablablub, Webradio & TV |

Kommentar schreiben »

Le shirt

shart

Trotz Crappy Cam und schlechtem Licht zu erkennen: Die Drums´n´Basses-Shirts sind da! Auf der Geburtstagsparty gibt´s ein paar wenige für lau (Verteilmodus klügeln wir noch aus). Wer sicher eins ergattern will, also gegen Bares (~10€) mitbestellen: Mail schicken!

Hier mal noch das Motiv:

shirt_motiv

5. März 2009 | blablablub |

1 Kommentar »

Chic mit t90

Voilà: Unsere Button-Frühjahrscollection. Exklusiv überall zu haben, wo wir t90er auflegen. Umsonst natürlich. Fünf Motive – es dürfte also für jede/n was dabei sein 😀

t90_buttons

Ein Lob geht an Butworks, die die Buttons äußerst schnell gefertigt haben, so dass wir sie heute noch unter´s Dubstep-Volk bringen können.

20. Februar 2009 | blablablub |

Kommentar schreiben »

Myom & Flextronic @ Cat Club

Myom & Flextronic
Breaks, Fidget House, Dubstep
Freitag 27.02.09
Chat Noir
Am Kornmarkt, Trier

Nachdem ich im Januar schon über irgendeinen Eventkalender erfahren durfte, dort wieder aufzulegen, was aber terminlich völlig unmöglich gewesen wäre, hat es mich gefreut, doch zumindest im Februar wieder zu einem Termin eingeplant worden zu sein, an dem ich tatsächlich noch nichts vorhabe. Klingt ärgerlich, ist es auch ein wenig, wobei zur Verteidigung hinzuzufügen ist, dass immerhin Termine mit Flextronic abgemacht waren, der zwar nicht mein siamesischer Zwillinge (obgleich: er selbst kann sich ja für zwei geltend machen), aber anscheinend etwas mundfaul ist. Dass dann aufgebrachte Fans, erbost über mein Nichterscheinen, im Chat Noir die Kronleuchter von der Decke und die Tapete von der Wand reissen, beim Abrücken dann die Laternen am Kornmarkt demolieren und die Brunnen vollpinkeln, wäre nur recht und billig gewesen, blieb aber mangels hooliganhafter Fanbase dann doch aus.

Anyway kann die ganze große weite Welt des Trierer Einzugsgebiets froh sein, dass wir an diesem Abend wieder die leckersten Platten im edelsten innerstädtischen Clubambiente auflegen. Weitere Verkaufsargumente [~ironie on].: Billig saufen, geile Weiber, total angesagter Sound und dabei gleichzeitig gehobenes Ambiente, ungezwungene Atmosphäre und absoluter Undergroundtip für die Nachtschwärmerelite.

4. Februar 2009 | blablablub, Events |

3 Kommentare »

Die „produktion“ macht schlapp

Worüber nun schon in der Stadt seit einiger Zeit geredet wurde, ist nun offiziell: “produktion” in finanzieller Schieflage (Artikel bei 16vor).

Man darf gespannt sein, wie die vom Insolvenzverwalterverhinderer angestrebte Lösung aussehen wird. Wer weiß derzeit schon (oder schon lange nicht), wie man in Trier eine „Disco“ in dieser Größe betreibt? Wunder kann man von ihm ganz sicher nicht erwarten. Patentrezepte gibt´s keine, so dass der Fachfremde auf Einflüsterer angewiesen sein wird. Vielleicht schliesst man sich an jenes gut ausgebaute Imperium an, das bis in die direkte Nachbarschaft reicht? Aber erstmal trommelt man wohl auf den Busch, um etwaige Rettungsbereite herbei zu locken. Verrückte soll es ja genug geben und die Luxemburger Geldspeicher sind nicht fern.

Schade, Schade. Wir hatten in der Produktion und den Vorgängerläden abgesehen von technischen Unzulänglichkeiten und der diebzgl. Überzeugungsarbeit für Clubsound – die man jedoch auch an Orten leisten muss, wo es der Außenstehende gar nicht vermuten würde – über Jahre hinweg äußerst faire Partner, um unsere Events zu realisieren. Dass diese Institution nun kollabiert, ist in Teilen natürlich hausgemacht, aber der Strukturwandel des kulturellen Raums in Trier lässt etwaige Defizite auch deutlicher zu Tage treten.

Solange die Kriterien für den ganz erheblichen Teil des potentiellen Publikums weiterhin

  1. billig saufen
  2. viele Leute
  3. mit vielen besoffenen Leuten billig saufen

lauten, werden noch weitere Läden ins Gras beissen. Und im nächsten Herbst gibt es dann so gut wie gar keine Läden mehr in der Innenstadt. Wenn das A1 dann 2011 langsam abbaut, eröffnet dann schon das neue Franchise mit Konzepten und Kapital von irgendwoher.

Gut, dass ich langsam alt werde.

7. Januar 2009 | blablablub |

Kommentar schreiben »