Ein kleiner persönlicher Text von Semuta, der verdeutlicht, weshalb wir uns engagieren.

Malawi …

Malawi-Flagge

… ist ein schönes kleines Land im Südosten Afrikas. Hügelig und abwechslungsreich, der große See mit weiten Sandstränden – eine Natur wie es sich eine Reisende nur wünschen kann, Affenbrotbäume, Elefanten und Hippos obendrein.

Ich war dort und erlebte auch zusammen mit myom die meist freundlichen, zurückhaltend-fröhlichen Menschen, die unglaubliche Natur, aber auch seine Armut: Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

Ich arbeitete für die Deutsche Entwicklungshilfe in einem Friedensprojekt. Nicht, dass es in diesem Land Kriege gäbe. Nein, Malawi hat im Gegenteil eine sehr friedliche Geschichte, selbst im Übergang aus der britischen Kolonialzeit. Nach Jahren der Diktatur ist daraus sogar ein demokratisches Land geworden. Ein präventives Friedensprojekt also. Denn es ist nicht schwer auszudenken, wie künftige Konflikte in Malawi aussehen könnten. Nicht ethnisch – nein, das Land ist kulturell homogen. Konflikte könnten da entstehen, wo es ums nackte Überleben geht:

➔ Bevölkerungswachstum
➔ Landknappheit und ungerechte Landverteilung
➔ AIDS-Epidemie (Entvölkerung; AIDS-Waisen)
➔ erschreckend kurze Lebenserwartung: 38 Jahre
➔ über 1/3 der Bevölkerung ist chronisch unterernährt
➔ über 1/3 kann weder Lesen noch Schreiben
➔ hohe Schuldenlast (Malawi ist HIPC-Land)
➔ Druck durch das internationale Wirtschaftssystem
➔ mangelnde Spielräume für die Regierung

Doch trotz dieser Probleme kannte man in Malawi keine Hungersnöte. Die meisten Menschen leben in Subsistenzwirtschaft und bewirtschaften ein vorwiegend fruchtbares Land. Zudem gibt es nur eine geringe Landflucht und Slumbildung in den Städten.

Doch 2001 blieben die Regenfälle aus. Bewässerung ist wenig verbreitet und war bislang auch wenig nötig. Die Regierung machte sich schuldig, indem sie zuvor mit Nahrungsmittelreserven Geschäfte gemacht hatte. Zum Entsetzen aller entstand die erste Hungersnot im Land.
Als ich dort war, nach dem Regierungswechsel, hatte die Aufarbeitung dieses Ereignisses politisch Hochkonjunktur, die Fehler der Vorgängerregierung wurden anprangert.

Nun ist es wieder soweit
, ich hätte nie geglaubt, dass es so schnell wiederkommen würde: In Malawi wurde aufgrund schlechter Wetterverhältnisse ein Großteil der landwirtschaftlichen Produktion zerstört. Malawi hat in diesem Jahr die schlechteste Erntesaison seit 1994 erleben müssen. Schätzungen der UNO zufolge sind rund 4.2 Mio. Menschen zur Zeit (und bis zur nächsten Ernte im März 2006) auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Regierung von Malawi hat Mitte Oktober den nationalen Notstand ausgerufen und alle 28 Provinzen des Landes zum Katastrophengebiet erklärt. Damit greift die Regierung zum letzten Mittel, um die Weltöffentlichkeit auf die Not in ihrem Land aufmerksam zu machen.

Ich bin entsetzt. Manche der Menschen, die ich noch vor einem Jahr gesehen habe, sollen jetzt vor Hunger sterben?

Myom hatte spontan die Idee und wir haben uns schnell entschieden, unsere tempo90-Parties zu Benefiz-Veranstaltungen für Malawi zu machen. Wir werden die gesamten Einnahmen vom Eintritt an der Abendkasse in Dezember und Februar direkt an ein Malawi-Nothilfeprojekt von Oxfam Deutschland spenden. Oxfam Deutschland ist auch der offizielle Schirmherr der beiden Benefizveranstaltungen .

Das Ziel ist es, mit zwei Veranstaltungen rund 2000€ zu generieren. 17 € (20 US-$) ist der Betrag, mit dem eine sechsköpfige Familie einen Monat lang mit Nahrung versorgt werden kann. Erreichen wir unser Ziel, können damit über 700 Menschen einen Monat lang versorgt werden.

Die Abendkasse ist alles, was uns als Veranstaltern zur Verfügung steht und wird üblicherweise zur Deckung aller Unkosten verwendet. Wir konnten diese Kosten zum Teil durch Sponsoring der Sparkasse Trier, dem Palais e.V. und hunderttausend.de decken.

Ihr selbst könnt euren Beitrag leisten, indem ihr erstens zur Party kommt, dort Spaß habt und allen davon erzählt, damit die zweite Veranstaltung ein mindestens ebenso großer Erfolg wird. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, eine zusätzliche Spende zu leisten.

Nothilfe ist wichtig und lebensrettend. Durch eure Mithilfe können Hunderte von Menschen vor dem Hungerstod bewahrt werden. Aber auch langfristige Hilfe ist notwendig, damit solche akuten Notsituationen nicht mehr vorkommen. Hilfe, die die malawische Gesellschaft, die Regierung und die (Land-) Wirtschaft stärkt. Oxfam bietet solche Möglichkeiten zum Engagement an.

Informiert euch! Macht mit!

Julia a.k.a. semuta

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