Wellen machen, statt mit dem Strom zu schwimmen: Vor fünf Jahren haben wir als tempo90 begonnen, unsere erste Party zur Verschönerung des Trierer Nachtlebens zu organisieren. Anlass für mich mal ein wenig über das Veranstalten in unserem hassgeliebten Moselstädtchen zu plaudern.

Trier hat um die Hunderttausend Einwohner, um die 17.000 Studenten besuchen die hiesigen Hochschulen.

„In Trier ist nix los.“

Sagen die Leute, mit Hinblick auf das schmale Angebot an „guten Parties“.
Sagen auch die Veranstalter, mit Hinblick auf schmale Besucherzahlen ihrer Parties.

„In Trier ist zuviel los.“

Sagen die Veranstalter, weil zu wenig Leute ausgehen und sich auf das Partyangebot so verteilen, dass man Mühe hat, schwarze Zahlen zu schreiben.

Ich kann beides nachvollziehen. Als Veranstalter freut es mich natürlich, dass wir schon so lange konstante Besucherzahlen vorweisen können. Wobei es mich wundert, dass es nicht mehr sind – schliesslich spielen wir die beste Partymusik der Welt! Leider als einzige, denn wenn ich hier selbst ausgehen will, ärgert es mich, dass ich in der Regel nichts finde, was mir wirklich zusagt. Wieso wird mein Geschmack nicht bedient?

Einerseits gehen die etablierten Veranstaltungsorte auf Nummer Sicher und wagen kaum Experimente. (Besonders bei Breaks ärgert mich die Hasenfüßigkeit der Clubbesitzer … die Musik ist sehr kompatibel zu den Hörgewohnheiten, trotzdem dominiert IMO öder 0815-House die Clubs). Andererseits ist diese Vorsicht auch verständlich, wenn schlechte Erfahrungen gemacht und viel Geld in den Sand gesetzt wurde. Es gibt ja durchaus einige kleine Crews und Personen, die versuchen ihr Ding zu machen. Dass manch einer entmutigt aufgibt, soll aber keinen verwundern, der nur mault, dass nie was los ist, lokale Crews aber auch nicht unterstützt. Das Publikum nimmt hier wenig an und es ist schwierig, kritische Massen für Events abseits des Mainstream zu erreichen.

2 Kommentare
  1. La Fuchs
    La Fuchs sagte:

    schöner text. deckt sich mit meinem empfinden… ich kann dieses „in trier ist nix los“ einfach nicht mehr hören. es gab in den letzten jahren zu hauf spannende konzepte und gute partys (man ziehe nur mal einen vergleich mit „metropolen“ gleicher größe)… die dann bei zuschauerzahlen von 20-50 krepiert sind. natürlich kann man jetzt den ganz großen bogen von abnehmende finanzkraft des zielpublikums über mangelnde wertigkeit von subkultur bis hin zu verändertem weggehverhalten durch straffung der studiengänge schlagen, aber das lieber in aller ausführlichkeit bei einem vodka-booster 😉

  2. myom
    myom sagte:

    danke! gut, dass man in blogs auch nicht druckreif dilletieren darf 😉
    wollte nur mal schnell ein paar dinge loswerden, weil wirklich viele leute mit falschen vorstellungen über kleinveranstalter wie uns rumlaufen (no offense).

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